Die Geschichte beginnt damit, dass Gospodin sein Lama weggenommen wurde. Greenpeace hat es in den Zoo und damit das Fass zum Überlaufen gebracht. Er überdenkt sein Leben komplett und setzt neue Prioritäten: Geld und jeglicher Besitz sind ab sofort kategorisch abzulehnen. Sein Umfeld zeigt dafür wenig Verständnis. Seine Freundin Anette verlässt ihn, weil ein arbeitsloser Partner und ein unkonventionelles Leben für sie nicht in Frage kommen. Seine Suche nach der Befreiung von materialistischen Zwängen endet am Schluss dort, wo er es am wenigsten vermutet hätte
Dabei ist er kein Revolutionär, sondern ein einfacher Mensch, der an den Umständen nicht verzweifeln will. Bettina Rehm inszeniert mit viel Humor Löhles Protagonisten als sympathischen Sturkopf und Ruhepol in einer sonst lauten, grellen, materialistischen Welt. Sie spricht eine Einladung aus, über uns selbst zu lachen und über die brandaktuelle Frage nachzudenken: Wollen wir so weiterleben?
Pressestimmen
Wie soll das gehen, man selbst sein? Gospodin – von der tollen Emma Zeisberger als moderner Diogenes mit viel Wut im Bauch gespielt – wählt die Option ‚back to the roots‘ und will sich als Tauschhändler neu erfinden […] Bühnen- und Kostümbildnerin Johanna Bajohr hat als Setting dazu eine Art Wertstoffhof des Lebens erfunden. […] Bettina Rehms Inszenierung bietet ein Innehalten inmitten der täglichen Kakophonie aus Katastrophenmeldungen an – mit der Frage: Was macht den Menschen aus?
Weil alle Figuren dieser märchenhaften Versuchsanordnung ohnehin Stereotype der „Geld-ist-geil-Gesellschaft“ sind, lassen die Regisseurin Bettina Rehm und die Kostümbildnerin Johanna Bajohr sie auch so aussehen. Herrlich überdimensionierte Schaumstoffperücken mit knallroten Zöpfen oder quietschbunten Lockenwicklern thronen auf den Köpfen von Nils Malten und Anne Hoffmann, die sich alle Nebenrollen teilen und ihnen trotz großer Komik eine schöne Verzweiflung lassen. Auch Emma Zeisberger gibt Gospodin mit einer guten Mischung aus naiver Sehnsucht und Starrsinn.