Zum Stück
Der größte Unternehmenscrash der US-Geschichte beginnt 1844 mit einer Reise von Bayern nach Alabama: Aus Rimpar in Bayern setzt Heyum Lehmann, Sohn eines jüdischen Viehhändlers, erstmals einen Fuß in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Seinen Namen lässt er, wie die Heimat, hinter sich. In der Neuen Welt wird er zu Henry Lehman, der ein kleines Stoffgeschäft in Montgomery eröffnet. Ihm folgen zwei seiner Brüder. Dies ist der Anfang eines atemberaubenden Aufstiegs über drei Generationen und 150 Jahre hinweg: Vom Tuchwarenhandel über die Gründung der eigenen Bank bis hin zum Weg an die Spitze der New Yorker Finanzwelt.
Die Expansion des Familienunternehmens wirft zugleich Schlaglichter auf einschneidende Ereignisse der amerikanischen Geschichte. Der Sezessionskrieg, der Siegeszug von Eisenbahn und Automobilindustrie, die Große Depression, der Vietnamkrieg sowie der Beginn des Computerzeitalters – sie alle sind mit den Schachzügen und Entscheidungen des Lehman-Imperiums untrennbar verknüpft.
2008 bricht die Investmentbank «Lehman Brothers» zusammen und läutet den Beginn einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ein, deren Folgen die Welt bis heute nicht verwunden hat.
Mit Spannung und klugem Witz erzählt Stefano Massini, einer der wichtigsten Gegenwartsdramatiker Italiens, von 150 Jahren Weltgeschichte und vom Mythos einer mächtigen Familie.
Pressestimmen
… eine über zweieinhalb Stunden mitnehmende, starke Inszenierung [...], die sehr anschaulich das berühmteste Verwandtschaftsverhältnis überhaupt ausleuchtet: von Geld und Gier.
… drei ganz hervorragende und sehr körperlich agierende Schauspieler [...] Kein Finanzkrimi ist das, eher das Sittenbild einer Familie, so unterhaltsam wie einst «Dallas» oder «Denver-Clan», mit etwas weniger Intrigen zwar, aber deutlich fataleren Folgen.
... ein virtuos agierendes Ensemble [...], dessen individuelle Gestaltungsleistung und fabelhafte Textsicherheit großes Lob verdienen.
Es ist ein Stück, das eine große Schauspielkunst verlangt, die das kleine Ensemble auch liefern kann. [...] Eine Stärke der Inszenierung ist ihr Einfallsreichtum. Vogel gelingt es, große Effekte mit wenigen Mitteln zu schaffen: Ein brennendes Stück Watte steht für eine Baumwollplantage in Flammen, ein Barhocker reicht aus, um aus einem Wolkenkratzer zu springen und durch die Luft zu surfen. Das hat etwas Charmantes auf dieser kleinen Bühne.