Gefördert durch ein Arbeits- und Recherchestipendium der Senatsverwaltung für Kultur und Europa | Darstellende Kunst & Tanz
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Im Zentrum des Abends Fliegende Eier von Sarajevo steht Senna, die während des Bosnienkriegs (1992-95) in Deutschland geboren wurde und somit zu einer Zeit, über die niemand in ihrer Familie spricht: es existiert nur die Zeit vor dem Krieg und die danach, über das Dazwischen wird geschwiegen. Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen, gleichzeitig Teil der Geschichte ihrer Familie und doch immer nur Beobachterin und zu einer anderen Welt gehörend, beginnt Senna mit dem Erwachsenwerden zu hinterfragen und zu begreifen.
Fliegende Eier von Sarajevo ist eine Suche, eine Familienrecherche und die die Beschäftigung mit der Frage nach Heimat, Herkunft und Identität. Der Abend wählt einen ganz privaten Blick auf den Bosnienkrieg im ehemaligen Jugoslawien und betrachtet seine Nach- und Auswirkungen aus der Perspektive einer Familie, die aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland geflohen ist. Insgesamt kamen 350.000 Menschen nach Deutschland. Die meisten kehrten nach dem Krieg zurück, an die 20.000 Menschen sind in Deutschland geblieben.
FLIEGENDE EIER VON SARAJEVO (en: The flying eggs of Sarajevo) is the story of Senna who was born in Germany during the Bosnian war (1992-95), a time which nobody in her family talks about: there is only before the war and after the war, the in-between remains unspoken. Growing up between two cultures, simultaneously part of her family's history and yet always only an observer and belonging to another world, Senna begins to question and understand as she grows up.
FLIEGENDE EIER VON SARAJEVO is a search, a family investigation and a quest for home, origin and identity. The evening takes a very private look at the Bosnian war in former Yugoslavia and examines its aftermath and effects from the perspective of a family that fled from Bosnia and Herzegovina to Germany. A total of 350,000 people came to Germany; most of them returned after the war, while around 20,000 remained here.
Pressestimmen
Eine gute Entscheidung, hier wie in einer Sommerserie aus Sennas Perspektive erzählen zu lassen – denn aus einem erdrückenden Kriegsdrama, das uns behüteten Deutschen gern weit entfernt scheint, wird so die humorvolle, bewegende Coming-of-Age-Geschichte eines aufgeweckten Mädchens, das sich mit seiner großen Schwester zankt – und zufällig Verwandte in Bosnien hat. (...) Fabienne Dür, die zum ersten Mal auch Regie führt, verlässt sich ganz auf die Kraft der Erzählung und die ihrer Spielerinnen. Auf der Bühne nur eine Wäscheleine, an die Esma und Senna ihre auf Papier gekritzelten Erinnerungen hängen, als müssten sie erst noch eine Weile im Sommerwind trocknen. Erinnerungen an eine junge europäische Geschichte, von der das deutschsprachige Theater viel zu selten derart lebendig erzählt.
Es geht um Fragen über Herkunft und Identität, Fragen die sehr viele Leute betreffen. [...] Ich habe damals in der Schule nichts darüber gelernt.
Die beiden Hauptdarstellerinnen zeigen eine starke schauspielerische Leistung, sie harmonieren gut miteinander und interagieren in beeindruckender Schnelligkeit. (...) Sehr sehenswert und als Theaterstück ein wertvolles Mittel, um das Schweigen zu brechen.