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Wie werden wir, wer wir sind? Dieser Frage geht die nonbinäre Erzählfigur Kim in Blutbuch auf den Grund. Es entsteht eine poetische Erzählung über nicht definierbare Körper, über das Schweigen innerhalb der eigenen Familie. Über die Großmutter, liebevoll im berndeutschen Dialekt «Großmeer» genannt, die langsam ihre Erinnerungen verliert. Über Meer, die Mutter, die zur Eishexe werden kann. Und über die Blutbuche, die der Urgroßpeer für seine liebste, aber verstorbene Tochter gepflanzt hat und die in das Kind Kim hineinzuwachsen beginnt. Denn Kims Körper hat keine Grenze.
Langsam spinnen sich die Erinnerungsfäden zusammen, suchen nach der anderen, der weiblichen Blutslinie der Familie. Einer anderen Form der Überlieferung. Sie erzählen von den Narrativen, die uns prägen, von der subtilen Gewalt, mit der wir aufwachsen, weil sich Erfahrungen in unsere Vorfahren eingeschrieben haben, die sie an uns weitergeben.
Blutbuch ist der Debütroman von Kim de l’Horizon, für den Kim 2022 den Deutschen Buchpreis und den Schweizer Buchpreis erhielt. Der Roman sucht nach einer Sprache, die bezeichnen kann, was jenseits der bestehenden Kategorien existiert. Eine Sprache, die versucht das Dazwischen zu beschreiben. Kim de l’Horizon nennt die sich daraus ergebende Schreibweise «écriture fluide».
Pressestimmen
Ein poetischer Abend über Leben abseits der Normen.
Regisseur Max Radestock hat mit seinen Spielenden, mit dem Ausstattungs- und dem technischen Team eine Aufführung geschaffen, die als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden muss. Ein unkonventioneller Umgang mit Sprache, das Zusammenspiel der dreigeteilten Erzählperson mit der Puppe und die szenischen Lösungen faszinieren über die gesamten 95 Minuten.
Als die drei verschwitzten Erzählfiguren die Großmeer nach gut 90 Minuten schließlich zu Grabe tragen, haben sie geschafft, woran Generationen vor ihnen gescheitert sind: das Schweigen zu durchbrechen.