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Blutbuch

Schauspiel nach dem Roman von Kim de l’Horizon

Fassung von Max Radestock und Daniela Guse

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Mi 23.09.2026 | 20:00 Uhr Tickets
Do 24.09.2026 | 20:00 Uhr Tickets
Do 29.10.2026 | 20:00 Uhr Tickets
Fr 30.10.2026 | 20:00 Uhr Tickets
Premiere: 21.04.2026

Ein poetischer, märchenhafter Abend, über die Dinge, die uns werden lassen, wer wir sind.

Wie werden wir, wer wir sind? Dieser Frage geht die nonbinäre Erzählfigur Kim in Blutbuch auf den Grund. Es entsteht eine poetische Erzählung über nicht definierbare Körper, über das Schweigen innerhalb der eigenen Familie. Über die Großmutter, liebevoll im berndeutschen Dialekt «Großmeer» genannt, die langsam ihre Erinnerungen verliert. Über Meer, die Mutter, die zur Eishexe werden kann. Und über die Blutbuche, die der Urgroßpeer für seine liebste, aber verstorbene Tochter gepflanzt hat und die in das Kind Kim hineinzuwachsen beginnt. Denn Kims Körper hat keine Grenze.

Langsam spinnen sich die Erinnerungsfäden zusammen, suchen nach der anderen, der weiblichen Blutslinie der Familie. Einer anderen Form der Überlieferung. Sie erzählen von den Narrativen, die uns prägen, von der subtilen Gewalt, mit der wir aufwachsen, weil sich Erfahrungen in unsere Vorfahren eingeschrieben haben, die sie an uns weitergeben.

Blutbuch ist der Debütroman von Kim de l’Horizon, für den Kim 2022 den Deutschen Buchpreis und den Schweizer Buchpreis erhielt. Der Roman sucht nach einer Sprache, die bezeichnen kann, was jenseits der bestehenden Kategorien existiert. Eine Sprache, die versucht das Dazwischen zu beschreiben. Kim de l’Horizon nennt die sich daraus ergebende Schreibweise «écriture fluide».

Hinter den Kulissen

DG: Was macht für dich das Besondere im Zusammenspiel von Puppen- und Schauspiel aus?

AT: Das Besondere am Puppenspiel ist, dass es viele zusätzliche Theatermittel auf der Bühne eröffnet, die man beim Schauspiel oft nicht in der Bandbreite sieht. Am Zusammenspiel zwischen Schauspiel und Puppenspiel ist toll, dass die Auseinandersetzung mit dem Stoff während der Proben intensiver ist. Beim reinen Puppenspiel passiert das auch, aber eher im Vorfeld, wenn die Puppenform und die Stückauswahl festgelegt werden. Aber inhaltlich zu forschen, wie unsere drei Körper und das vorhandene Material auf der Bühne etwas Metaphorisches erzählen kann, finde ich toll und besonders in diesem Zusammenspiel. Besonders ist auch, dass Menschen auf der Bühne stehen, denen man durch das Puppenspiel ermöglichen kann, eine andere persönliche Ebene zu zeigen.

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Pressestimmen

Ein poetischer Abend über Leben abseits der Normen.

Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost, 22.04.2026

Regisseur Max Radestock hat mit seinen Spielenden, mit dem Ausstattungs- und dem technischen Team eine Aufführung geschaffen, die als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden muss. Ein unkonventioneller Umgang mit Sprache, das Zusammenspiel der dreigeteilten Erzählperson mit der Puppe und die szenischen Lösungen faszinieren über die gesamten 95 Minuten.

Sibylle Marx, Kulturvolk-Bühnenkritik, 11.05.2026

Als die drei verschwitzten Erzählfiguren die Großmeer nach gut 90 Minuten schließlich zu Grabe tragen, haben sie geschafft, woran Generationen vor ihnen gescheitert sind: das Schweigen zu durchbrechen.

Lilly Schröder, taz, 22.04.2026

Besetzung:
Julian Trostorf
Annemie Twardawa
Emma Zeisberger
Regie:
Max Radestock
Bühne und Kostüme:
Clara Wanke
Puppenbau:
Annemie Twardawa
Sounddesign:
Gabriel Wörfel
Dramaturgie:
Daniela Guse
Licht:
Janis Willhausen
Regieassistenz:
Charlotte Domingo-Vecchioni
Bühnenbildhospitanz:
Mia Rentschler
Dauer:
ca. 95 Minuten (keine Pause)
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